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Manchmal reicht ein Abend mit den richtigen Leuten, und schon ist aus einem alten Drama wieder ein Ereignis geworden. Genau so ging es uns in der Kultwatchparty mit diesem hier – ein Titel, der seit 2010 in jeder „Das musst du gesehen haben"-Liste steht, und der beim gemeinsamen Schauen sofort klarmacht, warum.
My Girlfriend Is a Gumiho
Südkorea / 2010 / SBS
16 Episoden / ca. 70 Minuten
Genre: Romantic Comedy / Fantasy / Supernatural
Drehbuch: Hong Jung Eun & Hong Mi Ran (die Hong-Schwestern) / Regie: Boo Sung Chul
Streaming: Viki / Netflix
Cast Shin Min Ah als Gu Mi Ho Lee Seung Gi als Cha Dae Woong No Min Woo als Park Dong Joo Park Soo Jin als Eun Hye In Byun Hee Bong als Großvater Cha Poong Yoon Yoo Sun als Tante Cha Min Sook
Zur Story Cha Dae Woong ist Student, träumt von der großen Actionfilm-Karriere und hat vor allem ein Talent: sich in Schwierigkeiten zu bringen. Auf der Flucht vor seinem Großvater landet er in einem Bergtempel – und befreit dort aus Versehen einen Gumiho, einen neunschwänzigen Fuchsgeist, der 500 Jahre lang in einem Wandbild gefangen war. Die Dame ist außerordentlich hübsch, außerordentlich direkt und hat nur einen Wunsch: endlich ein Mensch werden. Und Dae Woong ist der Mann, der ihr dabei helfen soll. Ob er will oder nicht.
Charaktere & Chemie Shin Min Ah ist hier einfach der Wahnsinn. Sie spielt ein 500 Jahre altes Fabelwesen wie ein staunendes Kind – alles ist neu, alles ist spannend, alles wird sofort und ohne Umweg gesagt. Kein Filter, keine Taktik, keine gespielte Zurückhaltung. Das hätte leicht albern werden können, aber sie macht daraus eine Figur, in die man sich innerhalb von zwei Folgen verliebt. Und Lee Seung Gi hält perfekt dagegen: Dae Woong ist der Typ, der ständig behauptet, er wolle das alles nicht, während sein Gesicht längst etwas anderes erzählt. Die beiden funktionieren, weil keiner den anderen an die Wand spielt.
Dazu No Min Woo als geheimnisvoller Gegenpol, der dem Ganzen die ernste, melancholische Ebene gibt, und eine Familie um Dae Woong herum, die für die bodenständige Komik sorgt.
Ton / Themen / Produktion Das ist die Hong-Schwestern-Handschrift in Reinform: ein modernes Märchen, das koreanische Mythologie und Aberglauben ganz selbstverständlich mitten in den Alltag setzt. Der Gumiho ist in Korea traditionell eine düstere Gestalt – eine Fuchsdämonin, die Männern die Leber raubt. Genau damit spielt die Serie: Der Aberglaube ist da, die Angst der Leute ist da, aber im Zentrum steht ein Wesen, das einfach nur Rindfleisch liebt und dazugehören will. Diese Umdrehung ist der eigentliche Trick der Serie.
Und dann kippt der Ton im letzten Drittel. Was als leichte Rom-Com beginnt, wird plötzlich ernst, und das Märchen zeigt seine Zähne. Es ist 2010 – die Effekte sind nicht das Argument, das Schwanz-CGI sieht heute aus wie 2010. Muss es auch nicht. Der Zauber liegt woanders.
Persönlicher Eindruck & Bewertung Das war echter Kult. Nach über fünfzehn Jahren funktioniert das Ding immer noch, und in der Watchparty gleich doppelt – weil man gemeinsam lacht, gemeinsam mitfiebert und gemeinsam am Ende still wird. Shin Min Ah trägt die Serie auf ihren neun Schwänzen, und ich verstehe bis heute, warum diese Rolle sie zum Star gemacht hat. Ein modernes Märchen mit viel koreanischem Aberglauben, verpackt in eine Rom-Com, die sich nie zu ernst nimmt – bis sie es dann doch tut.
10 von 10 Punkten. Es gibt Serien, an denen man nichts ändern will, weil jede Änderung etwas kaputt machen würde. Das hier ist so eine.
Silvio 12.09.2026, 11.45
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